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Der neue BMW 1er

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Markteinführungstermin des neuen 1er-BMW war der 18. Spetember 2004 - ein Tag vor der Eröffnung des Pariser Automobilsolons. Die Einsteigerversion - der 116i mit einem 120 PS starken Vierzylinder - wird zum Preis von 19.500 Euro angeboten werde. Weiter ist die Rede von einem Dreitürer, einer Limousine, einem kleinen Roadster, einem viersitzigen Cabrio und einer leistungsstarken M-Variante als zusätzliche 1er-Ableger. All diese Varianten würden der Idee gerecht, die der Hersteller der neuen Einstiegsbaureihe zu Grunde legt: Es geht wohl darum, ein eher emotional ausgerichtetes Auto in die Kompaktklasse zu bringen, die bislang eher rational und funktional geprägt sind.

BMW wird auch alle weiteren Karosserievarianten der neuen 1er-Kompaktbaureihe unter der Bezeichnung 1er auf den Markt bringen.

Interne Überlegungen, Zweitürer in Zukunft mit einer geraden Ziffer als Baureihenbezeichnung zu versehen, seien verworfen worden. Das sagte 1er-Baureihensprecher Wieland Bruch auf dem Pariser Auto Salon.

Demnach würde eine mögliche Cabrio- oder Coupé-Version des 1ers nicht 2er genannt werden, sondern ebenfalls als 1er auf den Markt kommen. Bis solche Modellvarianten zu erwarten sind, dürften aber noch "mindestens zwei Jahre" vergehen, sagte Bruch. Bis dahin werde es den 1er nur als Fünftürer geben.

Weitere Karosserievarianten des 1er sollen später folgen. Insgesamt soll aus der Baureihe einmal eine komplette "Modellfamilie" entstehen. Genaue Termine gebe es dafür jedoch noch nicht. Auch sei noch nicht entschieden, welche weiteren Karosserievarianten es noch geben wird.

Wenn ein Autokäufer in der Kompaktklasse nach einem geräumigen Auto sucht, ist er mit dem BMW-Erstlingswerk in diesem Segment an der falschen Adresse. Die sich von der üblichen Frontantriebs-Bauweise absetzende Konzeption mit längs eingebautem Motor und angetriebenen Hinterrädern fordert ihren Tribut. Vor allem im Fond geht es eng zu. Dabei ist der BMW mit einer Länge von 4,23 Metern kein kleines Auto.

Der Einser wirkt schon im Stand dynamisch. Lange, vom Fahrersitz aus gut einsehbare Motorhaube. Vergleichsweise geringe Gesamthöhe. Klar gezeichnete Rundinstrumente und übersichtlich angeordnete Bedienungselemente prägen das Bild im Innenraum.

Zur Aufrüstung gibt es jede Menge Möglichkeiten. Das lässt die Grundpreise bei all ihrer Stattlichkeit als das erscheinen, was sie wirklich sind: ein Lockmittel, um die Kunden in den Showroom zu ziehen.

Immerhin bekommt man dafür ein Auto, das nicht nur aussieht wie ein BMW, sondern sich auch so fährt. Dynamisch eben, auf den Fahrer zugeschnitten, Spaß machend, auch wenn man mit ganz normalem Tempo unterwegs ist.


Erste Fahreinbrücke

Der neue kleine BMW hat einen längs, fast hinter der Vorderachse eingebauten Vierzylinder-Motor. Die Antriebskraft wird an die Hinterräder weitergegeben. Er baut auf einen langen Radstand, kurze Überhänge und eine nahezu ausgeglichene Achslastverteilung.

Die Sitzposition hinter dem gut in den Händen liegenden Lenkrad ist zunächst ohne Aha-Erlebnis. Die Mittelkonsole ist wieder in Richtung Fahrer geneigt. Vorn sitzen auch groß Gewachsene sehr bequem. In den optionalen Sportsitzen mit den seitlich verstellbaren Lehnen ist man selbst in schnell gefahrenen Kurven absolut rutschsicher fixiert. Auf den hinteren Rängen geht es enger zu. Schon der Einstieg ist wegen des tief heruntergezogenen Daches etwas beschwerlich. Hat man erst einmal Platz genommen, dann können auch Normalwüchsige im Fond bequem ausharren.


Fahrdynamik dürfte neue Maßstäbe setzen

Die Grundlage dafür bildet nicht nur die Kraftübertragung auf die Hinterachse, sondern auch eine ideale Gewichtsverteilung von je 50 Prozent auf Vorder- und Hinterachse. Allerbeste Voraussetzungen mithin für eine Fahrdynamik, die auch angesichts der nun wirklich zahlreichen sehr gut liegenden Autos in der Kompaktklasse neue Maßstäbe setzen dürfte.

Die Motoren – der ersten Bekanntschaft dienten 120i und 120 d – vermögen sich angesichts der Glanzlichter, die das Fahrwerk setzt, nicht ganz so prächtig in Szene zu setzen. Der zwei Liter große Diesel, der sehr kultiviert läuft, schiebt zwar kräftig an, muss aber beim Beschleunigen erst einmal ein kleines Turboloch überwinden. Der gleich große Benziner hängt besser am Gas und dreht williger hoch.

Aber etwas mehr sportlicher Sound würde nicht schaden – und angesichts der überdurchschnittlichen Fahreigenschaften hätte der BMW-Fan auch nichts gegen ein paar Pferdestärken mehr einzuwenden.


Die Preise beginnen knapp unter 20.000 Euro

Zur Serienausstattung zählen darüber hinaus Scheibenbremsen rundum, zweistufige Bremsleuchten, das Fahrstabilitätssystem DSC, Bremsassistent (DBC), Airbags für Fahrer und Beifahrer sowie Kopfbags für alle Passagiere und eine elektronisch geregelte Differenzialsperre. Gestartet wird auf Knopfdruck.

Optional stehen interessante Extras zur Wahl: beispielsweise schlüsselloser Komfortzugang, Bluetooth-Schnittstelle für´s Mobiltelefon, Sportsitze mit Lehnenbreitenverstellung. akustische Einparkhilfe für vorn und hinten, Bi-Xenon-Scheinwerfer sowie diverse Audio- und Navigationsgeräte, die über den iDrive-Kontrollknopf oder Sprachsteuerung geschaltet werden können.

Weitere Technik-Highlights finden sich im Fahrwerksbereich. So besteht die Vorderachse aus Aluminium; die Hinterachse ist eine aufwändige Fünflenker-Konstruktion für optimale Spurtreue und Traktion.


Anlassen per Starterknopf

Der Vierzylinder-Benziner (gestartet wird per Starterknopf) im 120i mit seinen 150 PS Leistung erweist sich eher als eine Enttäuschung. Unten herum wirkt er schlapp. Erst bei höheren Drehzahlen geht es mit dem 1.200 Kilogramm schweren Einser hurtig voran.

Da überzeugt der Diesel im 120d, mit 163 PS auch etwas besser im Futter, viel mehr. Er hängt brav am Gas und hinterlässt eindeutig den sportlicheren Eindruck. Er kann sich auf dem Handling-Parcours gut in Szene setzen. Selbst auf nasser Piste ist die Traktion erstaunlich. Nur mit übertriebenem Einsatz bringt man das elektronische Stabilitätsprogramm DSC ans Arbeiten.

Und wie sieht es mit dem Komfort aus? Kurze Rippen und Wellen quittiert der Einser noch mit unfeinen Stößen. Vor allem die Hinterachs-Dämpfung soll weiter optimiert werden. Aber es bleiben noch einige Entwicklungswochen.

Zunächst wird es den Einser in vier Varianten geben. Die Benziner-Basis 116i (115 PS) und den 120i (150 PS), dazu die Diesel 118d (122 PS) und 120d (163 PS).

Alle Triebwerke erfüllen die EU4-Abgasnorm und sind serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt. Einzige Ausnahme: Der 116i hat nur fünf Gänge. Alternativ steht gegen Aufpreis eine Sechsstufen-Automatik zur Wahl. Sechszylinder sind für den 1er zunächst nicht vorgesehen.
 

Der neue 1er-BMW: Technische Daten


BMW 116i 120i 118d 120d
Motorbauart: R4 R4 R4 R4
Hubraum: 1.596 ccm 1.995 ccm 1.995 ccm 1.995 ccm
Leistung kW: 85 (115 PS) 110 (150 PS) 90 (122 PS) 120 (163 PS)
bei 6.000/min. 6.200/min. 4.000/min. 4.000/min.
Drehmoment: 150 Nm 200 Nm 280 Nm 340 Nm
bei 4.300/min. 3.600/min. 2.000/min. 2.000/min.
0 - 100 km/h 10,8 s 8,7 s 10,0 s 7,9 s
V-Max: 200 km/h 217 km/h 201 km/h 220 km/h
Leergewicht: 1.280 kg 1.335 kg 1.385 kg 1.415 kg
Verbrauch: 7,5 l (SP) 7,4 l (SP) 5,6 l (D) 5,7 l (D)
Grundpreis: 19.800,- Euro 23.600,- Euro 21.900,- Euro 24.400,- Euro

quelle: auto-motor-und-sport
 

 
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[ Stand: 29.12.2004 ]
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